Mehr Kultur für Pattonville Nachgefragt
Kip - Kultur in Pattonville heißt die Gruppe, die eine neue Kleinkunstreihe organisiert. Marina Hartmann-Grätsch gehört dazu.
F rau Hartmann-Grätsch, in Pattonville gibt"s jetzt eine Gruppe namens Kip. Was verbirgt sich dahinter?
Kip bedeutet ,Kultur in Pattonville". Wir sind eine Gruppe von inzwischen fünf Frauen - begonnen haben wir vor einem halben Jahr zu viert -, die Veranstaltungen organisiert. Im vergangenen Herbst haben wir eher kurzfristig ein erstes Konzert organisiert und dann beschlossen, in diesem Jahr weiterzumachen - und einfach mal zu schauen, was sich entwickelt.
Sie sind im Vorstand des Bürgervereins in Pattonville. Gehört Kip zum Verein?
Die Gruppe ist aus dem Verein heraus entstanden. Eine Mitstreiterin ist ebenfalls im Vorstand, die anderen sind Mitglieder. Wir alle haben uns gedacht, dass wir mit dem Bürgersaal einen schönen Raum haben, in dem wir gerne etwas auf die Beine stellen würden. Der Vorteil ist, dass er viel kleiner ist als die Bürgerhalle. Wenn der Bürgerverein dort eine Veranstaltung ausrichtet, ist der Aufwand immens. Die Halle muss abgenommen werden, wir müssen uns um die Küche kümmern, und auch das finanzielle Risiko ist hoch. Unserer Gruppe ist es lieber, im kleinen Rahmen häufiger Veranstaltungen zu machen als eine große einmal im Jahr. Die Organisation ist auch für uns viel unbürokratischer und einfacher - wir sind schließlich auch alle berufstätig.
Wie entscheiden Sie, wer für eine Veranstaltung engagiert wird?
Vieles läuft über schon bestehende Kontakte und Beziehungen. Das Duo Q-Rage, das morgen auftritt, habe ich in Ludwigsburg gesehen und einfach angesprochen. Am 11. Juni treten Ludwigsburger Liedermacher auf und am 2. Juli gibt es einen Live-Krimi der Stuttgarter Krimiwerke zu sehen. Kleinkunst, Theater, Lesungen - das ist so die Richtung, die wir uns vorstellen. Wir haben uns mit dem Bürgerverein darauf verständigt, dass wir in der ersten Jahreshälfte zunächst mal drei Veranstaltungen ausrichten und mal schauen, wie sie ankommen. Wir wissen ja noch gar nicht, wie viele Leute kommen. Und es braucht immer etwas Zeit, bis sich etwas Neues etabliert.
Was ist die Intention von Kip?
Einerseits wollen wir Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit bieten - es gibt ja zum Beispiel unheimlich viele tolle Musiker in der Region. Andererseits fanden wir es schade, dass kulturell in Pattonville nicht so viel angeboten wird. Wir sind da bisher immer etwas außen vor geblieben, wenn etwa die Stadt Kornwestheim Veranstaltungen ausrichtet. Das soll sich künftig ändern. Wir hatten inzwischen auch Kontakt zum Kulturamt in Remseck, und das könnte sich vorstellen, irgendwann auch mal was mit uns zusammen zu machen.
Fragen von Gaby Mayer-Grum, Kornwestheimer Zeitung 4.03.2010
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